
1987 gründete Paul Bocuse diesen Wettbewerb unter den besten Köchen der Welt, der mit jeder Durchführung für kulinarische Glanzleistungen sorgt. Seit Anbeginn macht auch die Schweiz mit.

Die Trainingsküche steht den Schweizer Teilnehmenden des Bocuse d’Or seit 2022 zu Trainingszwecken zur Verfügung. Die Modul-Küche entspricht den jeweiligen Voraussetzungen der «Wettkampfboxen».

Die Académie Culinaire Suisse bildet das Dach über allem, was organisiert und durchgeführt wird: Bocuse d’Or Suisse, Europe und Mondial, die Trainingsküche La Cuisine Philippe Rochat sowie bis 2022 die Finger Food Trophy.
Die Académie Culinaire Suisse mit Sitz in Crissier will insbesondere:
Kein Finale für die Schweiz, aber Europa 2028 in Lausanne!
Die Geschichte war von Anfang an schön. Karina Fruman, 26 Jahre alt, war die erste Frau, die die Schweiz beim Bocuse d’Or Europe vertrat – und erst die zwölfte überhaupt, die jemals an diesem Wettbewerb teilnahm, der 392 männliche Köche in seiner Bilanz zählt.
Am 16. März in Marseille stellte sich die Küchenchefin des Campus Sursee dieser Herausforderung mit Ehrgeiz, nach sechs Monaten intensiver Vorbereitung seit September 2025. Christoph Hunziker, 43 Jahre alt, Inhaber des Schüpbärg-Beizli in Schüpberg und zweimaliger Schweizer Kandidat beim Bocuse d’Or (2015 und 2023), vertrat die Schweiz im internationalen Jurypanel.
Der Wettbewerb verlief nach allen Regeln der Kunst. Karina und ihr Commis Niklas Erb, 17 Jahre alt, präsentierten ihre Kreationen pünktlich auf die Minute während der 5 Stunden und 30 Minuten dauernden Prüfung. Gegenüber der Wettkampfbox des Teams agierte Jean-Michel Martin als Coach und überwachte die Einhaltung aller Zeitvorgaben.
Diese europäische Selektion 2026 zeichnete sich durch drei unterschiedliche Herausforderungen aus:
- ein Plattenthema mit mediterranen Aromen rund um Rotbarbe, Kichererbse, kleiner violetter Artischocke und Seeigel,
- ein Land- und Meerthema auf dem Teller mit Tintenfisch und Filet vom Camargue-Stier AOP, begleitet von einer obligatorischen Sauce, die von einer neu interpretierten provenzalischen Aïoli mit einer Zutat als Hommage an das Herkunftsland inspiriert war
- und als grosse Neuheit dieser Ausgabe ein Überraschungsthema «On Stage!»: eine kulinarische Aïoli-Demonstration in zehn Minuten vor der Jury und den Unterstützern.
Leider gelang es Karina Fruman und Niklas Erb trotz professioneller und engagierter Vorbereitung und einem sehr guten Auftritt nach den 5 Stunden und 30 Minuten dauernden Wettkampf nicht, ihr Ticket für das grosse Weltfinale des Bocuse d’Or in Lyon im Januar 2027 zu lösen.
Trotz der Enttäuschung, keinen Finalplatz errungen zu haben, sorgte bei der Ergebniszeremonie eine Ankündigung in der Halle des Parc Chanot in Marseille bei der Schweizer Delegation für Begeisterung: Lausanne wird die europäischen Selektionen des Bocuse d’Or (20 Nationen) und des Coupe du Monde de la Pâtisserie (10 bis 12 Nationen) im Juni 2028 im Palais de Beaulieu ausrichten. Eine Ehre für die Stadt, den Kanton Waadt und die Schweizer Gastronomie.
Die Académie konzentriert sich nun auf die Vorbereitung zur Suche nach dem oder der nächsten Schweizer Kandidatin. Die Schweizer Selektion des Bocuse d’Or wird am 19. April 2027 in Interlaken stattfinden.
Académie Culinaire Suisse, was ist das?
Das Selektionieren der Kandidatinnen und Kandidaten sowie die optimale Vorbereitung derselben ist eine der grossen Aufgaben der Académie Culinaire Suisse. Doch die Organisation tut noch viel mehr.
Die Académie Culinaire Suisse ist in der Rechtsform eines Vereins mit Sitz in Crissier im Handelsregister eingetragen.
Bocuse d’Or Team Switzerland
Alleine ist dieses «Kräftemessen» unter den Besten am Bocuse d’Or nicht zu bewältigen. Intensives Training und Teamwork sind hierbei Grundvoraussetzung.
Karina Fruman wird als erste Frau in der Geschichte der Académie Culinaire Suisse unser Land im März 2026 an der Europaausscheidung in Marseille vertreten.
La Cuisine Philippe Rochat
Die Trainingsküche, die seit 2022 auch den Schweizer Teilnehmenden des Bocuse d’Or zu Trainingszwecken zur Verfügung steht, ist benannt nach dem Gründer der Académie Suisse Bocuse d’Or.
Es handelt sich um eine Modul-Küche, die den jeweiligen Wettbewerbsvoraussetzungen in den «Wettkampfboxen» entsprechend aufgestellt werden kann. So kann das Team Switzerland, wie andere Nationen auch, unter realen Bedingungen trainieren.
Blog
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