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Kein Finale für die Schweiz, aber Europa 2028 in Lausanne!
Die Geschichte war von Anfang an schön. Karina Fruman, 26 Jahre alt, war die erste Frau, die die Schweiz beim Bocuse d’Or Europe vertrat – und erst die zwölfte überhaupt, die jemals an diesem Wettbewerb teilnahm, der 392 männliche Köche in seiner Bilanz zählt.
Am 16. März in Marseille stellte sich die Küchenchefin des Campus Sursee dieser Herausforderung mit Ehrgeiz, nach sechs Monaten intensiver Vorbereitung seit September 2025. Christoph Hunziker, 43 Jahre alt, Inhaber des Schüpbärg-Beizli in Schüpberg und zweimaliger Schweizer Kandidat beim Bocuse d’Or (2015 und 2023), vertrat die Schweiz im internationalen Jurypanel.
Der Wettbewerb verlief nach allen Regeln der Kunst. Karina und ihr Commis Niklas Erb, 17 Jahre alt, präsentierten ihre Kreationen pünktlich auf die Minute während der 5 Stunden und 30 Minuten dauernden Prüfung. Gegenüber der Wettkampfbox des Teams agierte Jean-Michel Martin als Coach und überwachte die Einhaltung aller Zeitvorgaben.
Diese europäische Selektion 2026 zeichnete sich durch drei unterschiedliche Herausforderungen aus:
- ein Plattenthema mit mediterranen Aromen rund um Rotbarbe, Kichererbse, kleiner violetter Artischocke und Seeigel,
- ein Land- und Meerthema auf dem Teller mit Tintenfisch und Filet vom Camargue-Stier AOP, begleitet von einer obligatorischen Sauce, die von einer neu interpretierten provenzalischen Aïoli mit einer Zutat als Hommage an das Herkunftsland inspiriert war
- und als grosse Neuheit dieser Ausgabe ein Überraschungsthema «On Stage!»: eine kulinarische Aïoli-Demonstration in zehn Minuten vor der Jury und den Unterstützern.
Leider gelang es Karina Fruman und Niklas Erb trotz professioneller und engagierter Vorbereitung und einem sehr guten Auftritt nach den 5 Stunden und 30 Minuten dauernden Wettkampf nicht, ihr Ticket für das grosse Weltfinale des Bocuse d’Or in Lyon im Januar 2027 zu lösen.
Trotz der Enttäuschung, keinen Finalplatz errungen zu haben, sorgte bei der Ergebniszeremonie eine Ankündigung in der Halle des Parc Chanot in Marseille bei der Schweizer Delegation für Begeisterung: Lausanne wird die europäischen Selektionen des Bocuse d’Or (20 Nationen) und des Coupe du Monde de la Pâtisserie (10 bis 12 Nationen) im Juni 2028 im Palais de Beaulieu ausrichten. Eine Ehre für die Stadt, den Kanton Waadt und die Schweizer Gastronomie.
Die Académie konzentriert sich nun auf die Vorbereitung zur Suche nach dem oder der nächsten Schweizer Kandidatin. Die Schweizer Selektion des Bocuse d’Or wird am 19. April 2027 in Interlaken stattfinden.
Der Countdown zum Europafinale hat begonnen.
Am 15. und 16. März 2026 macht der Bocuse d’Or Europe zum ersten Mal in Frankreich Station. Marseille, eine Metropole am Mittelmeer mit einem reichen kulinarischen Erbe, wurde als Austragungsort für dieses internationale Grossereignis ausgewählt. Der Wettbewerb findet im Parc Chanot im Herzen der Sirha Méditerranée statt. Karin Fruman und das ganze Bocuse d’Or Suisse-Team bereiten sich seit Monaten intensiv auf das Europafinale vor. Es ist das erste Mal, dass die Schweiz eine Frau an das Europafinale senden kann. Bonne chance, Karina & Team!
Aktuelle Informationen auf Instagram von Team Switzerland Bocuse d’Or und von Karina Fruman sowie auf der offiziellen Website von Bocuse d’Or.
Karina Fruman gewinnt die Schweizer Selektion des Bocuse d’Or
Im exklusiven Rahmen am Ufer des Vierwaldstättersees und in der stilvollen Atmosphäre des Neuro Campus Hotel DAS MORGEN, traten Karina Fruman und Simon Grimbichler am Montag, 16. Juni 2025, im hochkarätigen Wettbewerb gegeneinander an.
Nach fünfeinhalb Stunden intensiven Kochens konnte sich die 25-jährige Karina Fruman mit ihrem Commis Emanuel Sarbach durchsetzen und schreibt damit Geschichte: Sie ist die erste Frau, die die Schweiz beim Bocuse d’Or Europe vertreten wird.
Gemäss dem vorgegebenen Wettbewerbsthema präsentierten beide Teilnehmenden zunächst ein Tellergericht mit Steinbutt, begleitet von raffinierten Beilagen und ausgefeilten Saucen. Anschliessend folgte ein Fleischgericht bestehend aus zwei Appenzeller Enten, veredelt durch zwei unterschiedliche Beilagen – eine davon auf Basis von Schweizer Karotten – sowie einer sorgfältig abgestimmten Sauce.
«Ich bin stolz, dass ich meine Gerichte rechtzeitig abgeben konnte», sagte Karina Fruman nach dem Wettbewerb. «Es war eine grossartige Erfahrung. Jetzt gilt mein Fokus der nächsten Etappe. Ich werde aus der nationalen Selektion lernen und diese Erkenntnisse gezielt für die Vorbereitung auf den europäischen Wettbewerb nutzen.»
Mehr Informationen und das Gewinnermenu hier.
Die Jury der Schweizer Ausscheidung vom 16. Juni 2025 und die Bewertungskriterien
Das ist die Jury, welche anlässlich der Schweizer Ausscheidung vom 16. Juni 2025 die Teilnehmenden beurteilte. Und das sind die vorgegebenen Kriterien, nach denen die Bewertung erfolgte.
Bocuse d’Or Suisse 2023
Euloge Malonga und Fiona Wittwer gewinnen den Bocuse d’Or Suisse 2023.
Am 13. November 2023 setzten sich in Genf Euloge Malonga und Commis Fiona Wittwer bei der Schweizer Auswahl für den Bocuse d’Or Europe 2024 durch. Sie überzeugten die renommierte Jury mit modernen, kreativen und sehr schmackhaften Gerichten. Das Gewinner-Team erwartete im Anschluss ein intensives Training. Sie hatten vier Monate Zeit, um sich auf die Europa-Ausscheidung in Norwegen vorzubereiten. Leider reichte der gute 13. Platz nicht für den Einzug ins Weltfinale 2025 in Lyon.
Bocuse d’or Suisse 2021
Ende 2021 kochten an den Schweizer Ausscheidung Bocuse d’Or Suisse folgende Kandidaten:
Pasquale Altomonte, 42, Küchenchef im Kitchen Lab, ehemaliger Chef de Partie und Mitarbeiter im Team „Dienstleistungen und Logistik“ bei der Bank Pictet.
Christoph Hunziker, 39, Küchenchef und Inhaber des Restaurants Schüpbärg-Beizli, Schüpfen (BE).
Frederik Jud, 35, Küchenchef im Spital Linth, Uznach (SG).
Benjamin Le Maguet, 31 Jahre, Küchenchef im Restaurant Le Maguet, Les Evouettes (VS).
Die Kandidaten hatten wiederum 5 Stunden und 35 Minuten Zeit, um ihre zwei Platten zuzubereiten:
Ein Fischgericht aus Jakobsmuscheln und Seezunge mit freien pflanzlichen Beilagen auf Tellern servieren.
Ein Fleischgericht, eine Neuinterpretation des Tournedos Rossini, auf der Grundlage von original Schweizer Pferdefleisch, mit drei verschiedenen Beilagen, davon zwei auf Gemüsebasis und eine auf Kartoffelbasis, auf einer Platte servieren.
Durchgesetzt hat sich Christoph Hunziker, der sich auch in der Folge am Montag, 21. März 2022 an der kontinentalen europäischen Selektion Bocuse d’Or mit dem 9. Platz behauptete. Sein Menu:
Frühlingskomposition aus ungarischen Kartoffeln «nach Schüpberger Geschmack»
Morchelragout mit Zuckererbsen, Spargeln und eleganter Schweizerweinreduktion
***
Gebratener Rehrücken aromatisiert mit Schweizer Kirchlikör von Schüpberg
Glasierte Keule mit Entenleber und Berner Alpenkräutern
Knuspriges Tartelette mit fünf Zwiebeln
Cremige Schwarzwurzel mit Quappe, Zitrone und gerösteten Haselnüssen
Frühlingsgemüse-Pfännchen mit Quark und Sauerrahm
Zurzeit richtet sich Christoph Hunziker in der «La Cuisine Philippe Rochat» ein und bereitet sich so weit als möglich vor. Die Themen (Fischplatte und Fleischplatte) werden im Verlauf des Sommers vom internationalen Komitee bekanntgegeben. Dann beginnt zuerst die kreative Phase, in der die Gerichte erschaffen werden. In der Folge wird Christoph Hunziker die Gerichte einstudieren und trainieren, bis jeder Handgriff minutiös perfekt sitzt.